Wo die Milch nach Niederbayerns Wiesen schmeckt

WAS VOM BIOMILCHHOF BERL AUS ASCHA KOMMT,  IST AUF NATÜRLICHE WEISE GUT 

NAME UNTERNEHMEN: Biomilchhof Berl

 

ENSTEHUNGSJAHR/ENTSTEHUNGSGESCHICHTE:  Markus Berl ist auf dem Familienbetrieb in Thanhof nahe Ascha (Lkr. Straubing-Bogen) aufgewachsen und hat den Beruf des Landwirts erlernt. 2014 übernahm er den Milchviehbetrieb von den Eltern und führt ihn seitdem gemeinsam mit seiner Frau Sonja. Die Umstellung auf biologische Landwirtschaft vollzogen Senior- und Junior-Generation noch vor der Übergabe gemeinsam. Die Entscheidung für die Heumilch, der Aufbau einer eigenen Molkerei und Käserei geschahen nach und nach. Markus Berl experimentiert viel und mit Begeisterung. Die Berls sind u.a. Mitglied im Netzwerk „freakstotable“. 

 

KOMPETENZEN: Auf dem Biomilchhof Berl gibt es nicht nur echte, niederbayerische Bio-Heumilch, sondern auch die sogenannte Urmilch oder A2-Milch. Diese enthält im Milcheiweiß Beta-Kasein die Aminosäure Prolin anstatt Histidin wie bei herkömmlicher Milch. Man nimmt an, dass Prolin ursprünglich auch in A1-Milch die vornehmliche Aminosäure war, sich dies jedoch im Laufe der Evolution verändert hat. Urmilch oder A2-Milch wird nachgesagt, dass sie verträglicher und bekömmlicher sein könnte als gewöhnliche Kuh-Milch.   

 

UNSER ANGEBOT: Auf dem Berlhof wird Heumilch-Käse, Heumilch-Butter, Heumilch-Joghurt (Natur oder mit regionalen Früchten) und Heu-Trinkmilch hergestellt. Ferner zählt die A2- oder Urmilch zur Produktpalette.

 

BESONDERE LEISTUNGEN/BESONDERER MEHRWERT: Die Kühe auf dem Berlhof werden mit frischen Kräutern und Gräsern im Sommer und mit sonnengetrocknetem Heu im Winter gefüttert. Dies ist die Grundlage für die qualitativ hochwertige Heumilch. Alle Produkte daraus werden selbst hergestellt. Kurze Wege durch die hofeigene Produktion und eine schonende Verarbeitung sorgen für hohe Qualität und ein intensives Geschmackserlebnis. In der modern ausgestatteten Hofmolkerei wird die frisch gemolkene Bio-Heumilch direkt verarbeitet, um eine äußerst hohe Fettqualität zu gewährleisten. Tierwohl wird großgeschrieben, weswegen man auf die muttergebundene Kälberaufzucht setzt. Neben den Kühen gibt es Iberico-Schweine auf dem Berlhof.

 

ADRESSE: Der Hof liegt zwischen Ascha und Steinach: Thanhof 1, 94347 Ascha.

 

WIEDERVERKÄUFER ODER MÄRKTE: An zwei Tagen die Woche hat der Hofladen geöffnet (Freitag, 8 bis 18 Uhr, Samstag, 8 bis 12 Uhr). Neben frischer Bio-Heumilch und Bio-Heumilchkläse gibt es hier ein weiteres Sortiment an regionalen Spezialitäten. Ausgewählte Produkte werden auch über einen Onlineshop vertrieben. Ferner gibt es Berl-Produkte beispielsweise im Kulinarischen Schaufenster in Zwiesel, im Julius Brantner Brothandwerk in München, bei Edeka Moder in Bogen oder bei diversen Hofläden in der Region.

„Jedes Produkt hat eine Geschichte. Die muss man potenziellen Abnehmern erzählen. Nur so kann Begeisterung für besondere Qualität entstehen – und der Wunsch, sich diese Qualität zu gönnen.“ Markus Berl weiß, wovon er spricht. Seit der Landwirt gemeinsam mit seiner Frau Sonja den elterlichen Betrieb übernommen hat, experimentieren die Berls leidenschaftlich. Viele Produkte mit ganz eigener Geschichte sind entstanden – obgleich manche Idee im ersten Moment verrückt klang. Letztlich hat sich der Biomilchhof Berl genau damit Einzigartigkeit erarbeitet.

 

„Heumilch aus Niederbayern, das macht sonst eigentlich keiner“, beschreibt Markus Berl eine dieser Ideen. Er ist auf dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb in Thanhof, einem Weiler nahe Ascha im Landkreis Straubing-Bogen, groß geworden. Früh war klar, dass er einmal den Hof der Eltern übernehmen möchte. Ein Milchviehbetrieb war es seit jeher. „Meine Eltern haben immer schon Wert auf eine extensive Bewirtschaftung gelegt, aber auch auf das Tierwohl“, blickt Markus Berl zurück. Noch ehe er den Hof 2014 übernahm, arbeitete er längst zu Hause mit, absolvierte die Ausbildung zum Landwirtsmeister daheim und sammelte zusätzlich Erfahrung in Fremdbetrieben.

 

Einziger Heumilchbetrieb in Niederbayern

Die Umstellung auf einen Biobetrieb vollzog alte und junge Generation bereits 2008 gemeinsam vor der Übergabe. Die Spezialisierung auf Heumilch war schließlich eine von vielen Ideen, wie man Tierwohl forcieren, einen nachhaltigen Wirtschaftskreislauf und ein gesundes Produkt erzeugen kann. „Während es in Oberbayern mehrere Heumilch-Betriebe gibt, sind wir in Niederbayern weitum die Einzigen“, freut sich Markus Berl. „Unsere Bio-Heumilch überzeugt durch einen ganz besonderen, eigenen Geschmack. Darin spiegelt sich wider, was auf Niederbayerns Wiesen wächst.“

 

Wenn man die Philosophie der Berls beschreiben müsste, dann zählt in jedem Fall dazu, Produkte so natürlich wie möglich zu belassen. Heumilch wird besonders schonend verarbeitet. Indem man sie bei der Herstellung nicht homogenisiert, bleiben wertvolle Inhaltsstoffe und die natürliche Fettstruktur erhalten. „Unsere Tiere ernähren sich im Sommer mit Kräutern und Gräsern auf den Weiden und werden im Winter mit getrocknetem Heu – statt mit siliertem Gras – von unseren Wiesen gefüttert.“

 

Den Berls ist nicht nur das Endprodukt wichtig, sondern auch eine artgerechte Tierhaltung, zu der viel Auslauf auf den hofeigenen Weiden und ein moderner Außenklima-Laufstall gehören. Ferner setzen die Berls auf eine mutter- und ammengebundene Kälberhaltung. Aktuell sind es rund 170 Tiere mit Nachzucht, die auf dem Berlhof leben. Rund 70 davon werden gemolken.

 

Besonders bekömmliche Heumilch

Zur Idee, Bioheumilch zu erzeugen, gehörte auch die Frage nach einer vernünftigen Vermarktung. Welche Produkte macht man aus der Milch und wie bringt man sie am besten an Kunden? Markus Berl könnte viele Geschichten erzählen, was sie im Laufe der Jahre alles ausprobiert haben. An Einfällen hat es nie gemangelt. Manchmal hätten die Tage für ihn und seine Frau Sonja länger als 24 Stunden dauern können. Heute gehören neben der Trinkmilch auch Käse, Joghurt und Butter zum Bio-Heumilch-Sortiment.

 

Sehr beliebt ist außerdem die sogenannte A2-Milch oder Urmilch. Diese enthält im Milcheiweiß Beta-Kasein die Aminosäure Prolin anstatt Histidin wie bei herkömmlicher Milch. Man nimmt an, dass Prolin ursprünglich auch in A1-Milch die vornehmliche Aminosäure war, sich dies jedoch im Laufe der Evolution verändert hat. „Diese A2-Milch genießt einen sehr guten Ruf. Viele, die Probleme mit der Verträglichkeit normaler Kuhmilch haben, schwören darauf. Ähnlich wie Ziegenmilch soll sie bekömmlicher sein“, weiß Markus Berl. 2022 hat die A2-Milch beim Wettbewerb „Bayerns beste Bioprodukte“ Gold geholt.

 

Arbeiteten die Berls anfangs noch mit einem Lohnkäser, so stand für Markus Berl mit der Errichtung einer eigenen Molkerei und Käserei fest, sich das Käsen selbst anzueignen. Heute gehört es zu seinen Haupttätigkeiten. Verkauft werden die Produkte im eigenen Hofladen, manchmal auch auf Märkten, in Hofläden im Umkreis und zuletzt auch mehr und mehr über den Online-Shop. Zur Produktpalette der Berls zählt auch Fleisch. Denn die Jungbummerl werden geschlachtet und verwertet. Sonja Berl bringt als Fleischereifachverkäuferin die entsprechenden Kenntnisse mit.  Ferner halten die Berls neben ihrem Milchvieh auch Iberico-Schweine – wiederum mit einer Besonderheit: Sie werden mit der hofeigenen Molke gefüttert. Immer wieder können die Berls damit qualitativ einzigartiges Fleisch anbieten.

 

„Hinter jedem Produkt steckt eine Geschichte“

Eine Herausforderung, die auf alle Produkte zutrifft: „Besondere Qualität macht einen höheren Preis. Hinter jedem Produkt steckt eine Geschichte, eine Philosophie. Diese Geschichte muss ich aber erst einmal an den Kunden bringen. Wenn so ein Käse einfach im Regal liegt, ist das nicht so einfach“, weiß Markus Berl. Darum sind Netzwerkpflege und Öffentlichkeitsarbeit so wichtig. Ein Zufall bescherte den Berls Kontakt zum Starkoch Lucki Maurer, der sich als Fan des niederbayerischen Heumilch-Käses herausstellte und für weitere Kontakte sorgt.

 

Die Berls sind unter anderem Mitglied des Vereins „freakstotable“, der sich der Förderung einer nachhaltigen Veränderung des Umgangs mit Lebensmitteln verschreibt. Sie bewirtschaften Naturschutz-Wiesen und sorgen mit Blühstreifen dafür, dass Insekten und Bienen ein Nahrungsangebot haben. Gedüngt wird nur mit dem hofeigenem Dünger. Im Kreislauf wirtschaften ist die Devise.  

 

All das ist Resultat des jahrelangen Probierens und Verbesserns mit Erfolgen genauso wie mit Misserfolgen. Ein Prozess, der andauert. Vieles, wofür sich die Berls entschieden haben, ist sehr arbeitsintensiv. „Wir haben das große Glück, dass auch meine Eltern gerne noch mitanpacken und sich unsere Kinder Max, Moritz und Ludwig für die Hofarbeit begeistern“, freut sich Markus Berl und blickt voraus: „Ob wir das, was wir machen, gut gemacht haben, wird sich letztlich ohnehin erst in 20 Jahren zeigen.“ Bis dahin bleiben die Berls experimentierfreudig.  

 

Quelle: Monika Bormeth, freie Journalistin im Auftrag der Genussregion Niederbayern

Bild: Sepp Eder

Meine 5. Fragen:

WIR FÖRDERN DAS THEMA GENUSS IN DER REGION, WEIL…

… wir Konsumenten mit unserer Begeisterung für heimische, möglichst naturbelassene Lebensmittel anstecken wollen. Der Mensch ist, was er isst. Hierfür möchten wir ein Bewusstsein schaffen.

 

WIR LIEBEN UNSERE PHILOSOPHIE, WEIL…

… es für uns Genuss bedeutet, Lebensmittel schmecken zu lassen, wie sie von Natur aus schmecken. Wir stehen hinter „unfrisierten“ Produkten, deren Qualität in der Ursprünglichkeit besteht. Und wenn wir ein Gewürz verwenden, dann eines, über dessen Herkunft wir Bescheid wissen und dessen Produktionsbedingungen wir gutheißen.

 

WAS SIND DIE GRÖSSTEN HERAUSFORDERUNGEN AKTUELL FÜR DEN BETRIEB?

Steigende Energiekosten und allgemeine Preissteigerungen führen zu einer Teuerung in nahezu allen Produktionsbereichen und auch bei der Vermarktung und beim Vertrieb. Es kommt einem Spagat gleich, wirtschaftlich zu bleiben und für den Endverbraucher das Produkt trotzdem noch bezahlbar anzubieten.

 

WENN SIE IN DIE ZUKUNFT BLICKE, DANN…

… haben wir noch sehr viele Ideen für die Weiterentwicklung unseres Betriebs, sei es baulich oder in Hinblick auf das Sortiment. Dank eines guten Netzwerks, das wir weiterhin pflegen und intensivieren, lässt sich sicher noch viel erreichen.

 

WELCHE BOTSCHAFT ZUR NACHHALTIGKEIT TRAGEN SIE ALS BETRIEB/UNTERNEHMEN  NACH AUSSEN:

Uns ist wichtig, eine Vorbildrolle in Sachen Kreislaufwirtschaft einzunehmen. Alles, was uns hier zur Verfügung steht, was wir selbst erzeugen, nutzen wir auch wieder. Zum Beispiel füttern wir unsere Iberico-Schweine mit Molke – und haben damit einzigartiges Fleisch im Angebot. Unsere Wiesen düngen wir nur mit hofeigenem Dünger. Ferner bewirtschaften wir auch Naturschutz-Wiesen und lassen beim Mähen einen Blühstreifen für Bienen und Insekten übrig.

KONTAKT

Biomilchhof Berl | Familie Berl 

Thannhof 1 | 94347 Ascha | 09961/9437498

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